Monat: Mai 2017

Wettergott spielte mit

BS-International fand in diesem Jahr einige Wochen früher statt als gewöhnlich. Grund war der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, der in diesem Jahr in die Zeit vom 27. Mai bis zum 24. Juni fällt. In dieser Zeit hätten die Vereine aus dem muslimischen Kulturkreis nicht an der Veranstaltung teilnehmen können. Die Befürchtung, dass die im Mai oft kalten und regnerischen Tage das Fest beeinträchtigen könnten, haben sich gottseidank nicht bewahrheitet. Das Wetter war sogar ideal – sonnig, aber nicht zu warm.

Unser Verein hatte in diesem Jahr erstmals einen separaten Stand, der so bunt dekoriert war, dass er optisch hervorstach. Die vielen fleissigen Helferinnen und Helfer aus dem Verein haben wie schon im letzten Jahr Borschtsch, Wareniki, Piroschki und Kuchen aller Art produziert und zusammen mit Fassbier, Kaffee und anderen Getränken angeboten. Die Band „Dalibude“ hat wie im Vorjahr den musikalischen Part absolviert und dafür großen Applaus geerntet.

Die Stimmung am Stand war bis in den frühen Abend hinein prächtig. Allen Akteuren vom Vorstand des Vereins ein herzliches Dankeschön!

Ukraine 2017

Hoffnungen und Perspektiven einer Krisenregion

Ein Kommentar zur Veranstaltung

Die Veranstaltung im Haus der Kulturen war gut besucht. Unter den Teilnehmern befanden sich, wie bei dieser Thematik üblich, eine ganze Reihe von Diskutanten, denen es vornehmlich darum ging, Russland als Opfer amerikanischer Umtriebe zu beschreiben und die russsische Agression zu relativieren. Als Rechtfertigung für eine distanzierte Haltung im Ukraine-Russland-Konflikt führen diese Leute immer wieder die Millionen Opfer im zweiten Weltkrieg an, die sie alle Russland zurechnen (Sowjetunion = Russland) und völlig ausblenden, dass die schlimmsten Verwüstungen und größten Opferzahlen in der Ukraine, Weißrussland, Polen und den baltischen Staaten zu verzeichnen waren.  Von der systematischen Vernichtung von mehr als 3 Millionen Ukrainern durch Stalins Politik (Holodomor) zu Beginn der 30er Jahre wissen sie nichts.

Ärgerlich an dem Diskussionsverlauf war, dass das eigentliche Thema des Abends damit zu kurz kam, denn mit dem Lemberger Journalisten und Übersetzer der Werke von Serhij Zhadan, Juri Durkot, war ein authentischer Vertreter der Ukraine als Referent und Diskutant präsent. Durkot versuchte mit leisen, aber ehrlichen Tönen, die aktuelle Gemütslage der ukrainischen Bevölkerung zu skizzieren, und einen Ausblick auf die Reformaussichten zu geben. Zwar gebe es nach seinen Worten langsame Fortschritte in der Reformierung von Staat und Gesellschaft, aber der Krieg im Osten bremse alle Schritte. Nur der gemeinsame Druck von Zivilgesellschaft einerseits und EU / IWF andererseits habe diesen Prozess vorangebracht. Man hätte gern noch mehr von Durkot gehört, allein die Putinversteher drängten immer wieder in die andere Richtung. Sie interessieren die demokratischen Prozesse in der Ukraine nicht wirklich.

Eine Diskussionsteilnehmerin brachte die Kritik am Diskussionsverlauf auf den Punkt: „wir wollten hier über Hoffnungen und Perspektiven der Ukraine reden, aber wir hören immer nur von Putin. Unser Präsident heißt Poroschenko und auch über den müssten wir reden.“

Die Braunschweiger Zeitung hat heute einen Bericht über die Veranstaltung gebracht. Da dort die Darstellung Putinscher Politik durch den Referenten Boris Reitschuster ausführlich abgehandelt wurde, ist das an dieser Stelle überflüssig.

Bernd Henn

40 Computer ausgeliefert

Im Lager des Vereins warteten schon längere Zeit 40 Computereinheiten auf den Transport in die Ukraine. Jetzt konnte das logistische Problem mit Hilfe der Familie Olijnik gelöst werden. Computer, Flachbildschirme und Zubehör haben ihre Bestimmungsorte erreicht.

Zwei Klassensätze zu 10 und 12 Einheiten gingen an eine Dorfschule in der Nähe von Buczacz (Bobulince) und an das klassische Gymnasium in Ternopil. 10 weitere Geräte verblieben bei der Kolpingfamilie, die als katholische Sozialbewegung weltweit agiert und auch caritative Einrichtungen in der Ukraine unterhält (siehe Kolpingwerk).

Die restlichen Geräte gingen an den Unterstützungsfonds für Einrichtungen nahe dem östlichen Kriegsgebiet und an die Pädagogische Universität Ternopil. Die Dozenten im Fachbereich Germanistik haben sich insbesondere auch über einen sehr lichtstarken Projektor und ein 17 Zoll Notebook gefreut.

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