Eine für den 12.02.26 in der Evangelischen Akademie geplante Veranstaltung „Israel, USA und der imperiale Größenwahn im Nahen Osten“ mit Michael Lüders wurde Ende Januar seitens der Akademie abgesagt. Während sich die Akademie unglücklich über das kommunikative Hin und Her zeigte, beschrieb Johannes A. Kaufmann in der BZ Anfang Februar als ein Problem der Äquidistanz zwischen zwei ungleichen Lagern.
In der folgenden gemeinsamen Erklärung der Deutschen Israelischen Gesellschaft und des Vereins Freie Ukraine Braunschweig vertreten wir die Ansicht, dass ein Diskurs über Israel, über den Gazastreifen und den nahen Osten möglich sein muss, ohne bei einer einseitige Sichtweise zu verbleiben:
Vorsicht vor einseitigen Perspektiven
Erklärung zum Vortrag Dr. Michael Lüders am 12.02.2026 in
Braunschweig
Die Unterzeichner verstehen es als ihre zentrale Aufgabe, jeder Form
von Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Dazu gehört
ausdrücklich auch der seit dem 7. Oktober 2023 besonders stark
sichtbare israelbezogene Antisemitismus. Dieser arbeitet häufig mit
Verzerrung, Diffamierung, Dämonisierung und Delegitimierung des
Staates Israel und bedient sich dabei immer wieder antisemitischer
Chiffren – mal offen, mal subtil.
Vor diesem Hintergrund halten wir die geplante Veranstaltung mit
Dr. Michael Lüders im Wilhelm 5 in Braunschweig in der vorliegenden
Form für ungeeignet, sich dem Nahostkonflikt verantwortungsvoll zu
nähern oder einen sachlichen, demokratischen Diskurs zu
ermöglichen.
Bereits Titel und Ankündigungstext zeichnen ein einseitiges Bild.
Damit wird dem Publikum schon im Vorfeld eine ebenso einfache wie
aus unserer Sicht falsche Deutung nahegelegt, statt der Komplexität
des Konflikts gerecht zu werden.
Dr. Lüders ist durch Publikationen und öffentliche Auftritte für stark
polarisierende Positionen zu Israel, Russland oder dem Iran bekannt,
sowohl in seiner Rolle als Autor, wie auch als Bundesvorsitzender des
BSW. Aus unserer Sicht besteht zudem die Gefahr, dass komplexe
historische und aktuelle Interessenlagen verschiedener Akteure
unzulässig vermischt, verharmlost oder mit Deutungen angereichert
werden, die an bekannte Muster verschwörungsideologischer
Narrative erinnern.
Die Unterzeichner unterstützen die Initiative verschiedener
Akteurinnen und Akteure aus der Zivilgesellschaft vor Ort und
darüber hinaus, die zur Absage der Veranstaltung durch das
Theologische Zentrum Braunschweig geführt hat und tun dieses auch
in Bezug auf den Veranstaltungsort Wilhelm 5.
Der Nahostkonflikt ist ein wichtiges Thema im gesellschaftlichen
Austausch. Wenn gewünscht, sind wir gerne bereit, konstruktiv daran
mitzuwirken, einen breiten, sachlichen, faktenbasierten und
respektvollen Diskurs zu ermöglichen – mit unterschiedlichen
Perspektiven und klarer Abgrenzung gegenüber Antisemitismus.
Wir stehen daher weiterhin für ein Format bereit, das eine breite,
respektvolle Diskussion ermöglicht – mit unterschiedlichen
Perspektiven, klaren Grenzen gegenüber Antisemitismus und einer
Moderation, die den Austausch schützt.
Braunschweig, den 12.02.2026
Deutsche Israelische Gesellschaft Freie Ukraine Braunschweig e.V.
Aus der Ankündigung der Veranstaltung:





