Moloch & Nadiya im Haus der Kulturen kurz vor Weihnachten

Es begann mit einem innigen jiddischen Lied, bei dem alle Zuhörer in andächtiger Stille versanken und endete mit einem seeligen Weihnachtslied, gesungen von der zweiköpfigen Band gemeinsam mit dem ganzen Saal. Der Name des bekannten Weihnachtsliedes lautet im Original „Добрий вечір тобі, пане господарю“, übersetzt „Guten Abend Dir, Herr des Hauses, freue Dich!“. Damit hatte die Band einen Nerv getroffen. Die eigentliche musikalische Heimat von Moloch & Nadiya ist aber Ukrainischer Soul der Diaspora. Das bedeutet, die ukrainische Tradition zu übersetzen in unsere davon weit entfernte, moderne und vielfältige deutsche Lebenswelt. Dazu zählt, dass der Gitarrist Alex Korus freimütig bekannte, über keinerlei ukrainische Sprachkenntnis zu verfügen. Das tat der Sache aber keinen Abbruch, denn die Stimme der Band, Melanka Piroschik, füllte ihr Metier voll aus.

Das kann eine gehörige Strecke bedeuten, denn der neue Sound bringt herbe und düstere Töne mit sich. In ihrer meditative Art verleiht sie dem Lebensgefühl junger Menschen einen starken Ausdruck. Aber sie bringen nicht zugleich die Wärme der althergebrachten Lieder mit, bei denen jeder einstimmen kann.

Es wird spannend bleiben, die Band auf ihrem Weg zu beobachten und zu sehen, ob sie sich künftig näher an unserer westlichen Lebenswelt orientiert oder ob sie die ein größeres Stück der Tradition mithineinnimmt. Beim Auftaktlied an diesem letzten Abend vor Heiligabend, ein Stück mit seinem jiddischen Text und beheimatet in einer vergangenen Ukraine, war die maximale Aufmerksamkeit da. Seien wir neugierig auf das was kommt von den beiden Musikern aus Leipzig aus Leipzig.

 

 

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