Ein gerechter Friede scheint zu viel zu sein für das Publikum der Evangelischen Akademie in St. Katharinen. Viele wollen einfach nur Frieden und Ruhe. Das wäre eine Kurzfassung des Abends, mit dem die Denkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ vorgestellt wird am 28.04.26 mit Friedrich Kramer, Jörg Hübner, Erich Vad und in der Moderation Christoph Krämer sowie die Akademieleiterin Kerstin Vogt. Zwischendurch spielen sich tumultartige Szenen ab, die wir am Ende beschreiben. Doch beginnen wir chronologisch. Die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche war im November 2025 vorgestellt worden. 14 Autoren haben daran mitgearbeitet. Für die, die die Denkschrift kritisieren, gibt es an dem Abend viel Raum, aber auch Widerspruch. Der kommt vor allem von einem Mann auf dem Podium.
Empathisch und entschlossen für den Schutz menschlichen Lebens: Mitautor der Friedensdenkschrift Dr. Jörg Hübner
Friedenstauglichkeit: Jörg Hübner
Die Friedensdenkschrift wird auf dem Podium der evangelischen Akademie von Jörg Hübner vertreten. Der zweite kirchliche Referent ist der Friedensbeauftragte der EKD Friedrich Kramer, der sich zum Teil aber von der Schrift distanziert. Hübner beginnt und skizziert zehn Leitsätze, die die gesamte Denkschrift durchziehen:
Zehn Leitsätze
1. Die massive Gewalt der gegenwärtigen Welt verstehen,
reflektieren, einordnen und in andere Bahnen lenken.
2. Die Denkschrift ordnet sich ein in die frühere Denkschrift
und setzt weniger auf Optimismus allein.
3. Die Denkschrift 2025 wird durchzogen von der Dialektik der
Friedensverheißung Gottes und der Widerwärtigkeit menschlichen Handelns.
4. Priorisierung ist der Schutzes vor Gewalt, die ersten Dimension
des gerechten Friedens - Zeichen des Regenbogens im Bund mit Noah.
5. Rechtserhaltende Gewalt kann notwendend sein,
bleibt aber immer ambivalent.
6. Das basale Gut "Schutz vor der Gewalt" ist die notwendige,
aber nicht hinreichende Bedingung für einen gerechten Frieden.
7. Evangelische Friedensethik verknüpft die Friedenstauglichkeit
mit der Verteidigungsfähigkeit.
8. Hybride Kriegsführung zwingt evangelische Friedensethik dazu,
altbekannte Denkmuster zu hinterlassen.
9. Evangelische Friedensethik wird dich darum zu bemühen haben,
ökologische Kriegsschäden vor dem Internationalen Gerichtshof zu bringen.
10.Evangelischer Friedensethik setzt sich für einen regelgeleiteten
Pluralismus in der internationalen Ordnung ein.
Die Priorisierung des Schutzes vor Gewalt (4.) ergibt sich aus dem Zeichen des Regenbogens gegenüber Noah: Weil Gott sich zu bewahren des Lebens verpflichtet, sind auch Menschen aufgerufen, das Leben zu schützen und die Erde nicht der Zerstörung preiszugeben. Kapitel 1.7, S.27
Hübner spricht von einer Kirche, die das Leid sieht und nicht wegschaut. Bei dem 6. Leitsatz führt er aus, dass der Schutz vor Gewalt drei andere Dimensionen mit einschließt: Förderung von Freiheit, Abbau von Ungleichheiten sowie Friedensförderung, Pluralität. Wenn wir heute Gesellschaften in ihrem Wandel betrachten, dann sind diese Dimensionen für uns Anhaltspunkte. Schauen wir uns in der Welt um: Da, wo Gewalt dominiert, sind Freiheit, gleiche Chancen für alle und auch Vielfältigkeit unter Druck.
der umstrittene Friedensbeauftragte der EKD Friedrich Kramer setzt absolut sich gegen die Verbreitung von Waffen ein
Friedrich Kramer ist Friedensbeauftragter der EKD und schon lange bekannt für seine ablehnende Haltung gegenüber allen militärischen Mitteln. Immer wieder hat er seit 2022 in Bezug auf Russlands Krieg dargestellt, dass Russlands Interessen für nachvollziehbar hält, ohne sie zu teilen. Er möchte nicht hinnehmen, dass „deutsche Panzer wieder russische Soldaten töten“ (2023). Dafür hat er in der Kirche viel Kritik erfahren. Er erläutert, wie es zur Denkschrift kam, in dem man aus dem Modus gegenseitiger Beschimpfung herausgekommen ist. Zugleich kritisiert er die Schrift, zu deren Entstehung er beigetragen hat, unter die er aber seinen Namen nicht setzen wollte. Wohlmöglich, weil einige Passagen ihm nicht vertretbar schienen. Friedrich Kramer gehört zu den radikalen Pazifisten, der aus der DDR Erfahrung als Bausoldat argumentiert, die „Absage an Geist, Logik und Praxis der Abschreckung„, Kapitel 3.1, S 112. Die Friedensdenkschrift führt diesen historischen Leitsatz in einem Kernkapitel an und ordnet ihn auch ein. Die Absage an Abschreckung mag in der Historie gut klingen und war damals richtig. Gern hätten man an dieser Stelle einen Hinweis auf die Einordnung durch die Moderation gehört. Die Mitautorin Friederike Krippner sagt dazu im Publik Forum: „Wir sollten klar unterscheiden zwischen einer Demokratie und einer Diktatur.“ Die DDR war ein hochgerüsteter Staat und hat schon Kinder indoktriniert. Krippner weist im Interview auch darauf hin, dass sie Soldaten mit christlichem Glauben für wichtig hält. Jeder Christ, der von seinem Recht auf Verweigerung der Wehrpflicht Gebrauch macht, müsse sich klar machen, dass ein anderer für ihn einstehen muss. Zum Thema Wehrpflicht kommt es jedoch im älteren Publikum nicht mehr.
Kein Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur
Kramer lehnt Waffenlieferungen als Teil einer Eskalation ab und stellt sich damit auch gegen den Schutz der Opfer. Zwar könne man Waffen liefern, aber aus deutscher Perspektive sei das in Richtung Ukraine nicht geboten. Man habe eine historische Verantwortung aus dem zweiten Weltkrieg. Wie und warum diese Verantwortung offenbar vorrangig für Russland gilt, erklärt er nicht. In einem kürzlich mit ihm geführten Interview im NDR mit dem Titel „nur auf militärische Stärke setzen führt in die Irre“ behauptet er, wir täten durch unsere Unterlassung dem ukrainischen Volk kein Leid an. Wir helfen ihm aber genauso auch nicht aus der dem von uns geschaffenen Ungleichgewicht. Er kritisiert Waffenlieferungen grundsätzlich und merkt darin auch an, dass Deutschland zuvor Waffen an Russland geliefert hatte. Welche historische Verantwortung Deutschen in jüngerer Zeit tragen durch die Finanzierung des Russischen Krieges mit hunderten Milliarden für Öl und Gas, darüber geht er hinweg. Warum es hier keine Anerkennung der Ukraine, Lettlands, Estlands oder anderen osteuropäischen Staaten geben soll, erklärt sich nicht. Kramer zitiert je nach Sichtweise mahnend oder genüsslich langsam aus den Seligpreisungen: Selig sind die Sanftmütigen. Er möchte, dass die Friedensräume größer werden. Die Utopien der Verständigung hält er hoch. Wie das geschehen kann, erfahren wir nicht und zu all dem hätte man gern noch gefragt, doch der Friedensbischof muss pünktlich los, in einer deutschen Luxuslimousine fährt er um 21:15 Uhr davon. In der Publikumsfragenrunde erfahren wir immerhin noch einige Grautöne.
Human Safari: Das Töten von Zivilisten wie hier in Cherson 2025 – wie wird das durch Sanftmut verhindert?
Am Ende der Veranstaltung wird das Mikrofon für Fragen des Publikums frei gegeben. Hier findet sich nun auch eine überwältigende Mehrheit, die die Friedensdenkschrift ablehnt und für den Absolutheitsanspruch des 1980er-Jahre Pazifismus eintritt. Einige sind nicht in der Kirche, andere ausgetreten. Hier gibt es drei Voten gegen den Begriff „gerechter Friede“, der einem Zuhörer zufolge einer wertfreien Befrifflichkeit aus der Un-Charta widerspricht. Hier antwortet Hübner klar, dass es sich um einen theologischen Begriff handelt und zitiert ein Psalmwort: „Wo Frieden und Gerechtigkeit sich küssen, nur dort ist wirklich Frieden da“ (Psalm 85), und Friede, der ohne Gerechtigkeit vollzogen wird, ist kein Friede der halten wird (Siehe Video weiter unten).
Verleugnung der gegenwärtigen Realität
Das offene Mikrofon ist die einzige Gelegeheit, nach 90 Minuten die bereits bestehende Schieflage der ganzen Diskussion Bezug zu nehmen. Es spricht einer, der beruflich damit beschäftigt zu erklären, was eigentlich Sicherheitspolitik überhaupt ist: Jugendoffizier der Bundeswehr Fabian Gruhn. Er widerspricht gegenüber den Befürwortern des „mehr Verhandeln“-Lagers, dass die Gesprächskanäle politisch offen sind. Ja, die Botschaften seien natürlich besetzt, aber niemand komme auf die Idee zu realisieren, dass die Gegenseite eventuell aktuell nicht darüber reden will. Wir reden sehr viel über allen Kalten Krieg, der für mich nur noch Geschichte ist. Und wir reden über andere Weltmächte. Wir sind aber Europa. Gruhn fragt, warum wir als Europäer keine Position beziehen können, die unsere Interessen wahrt. Der sehr klar formulierende Gruhn war nach eigenen Angaben bereits für das Podium vorgesehen, doch jemand aus dem Kreis der Veranstalter wollte dies nicht.
Kramer: „Friedensfrage“ an die Ränder abgewandert
Kramer bedauert in der Diskussion mit dem Publikum, keine politische Heimat mehr zu finden: Die „Friedensfrage“ sei an die Politischen Ränder abgewandert. Kramer impliziert damit einen Alleinvertretungsanspruch für Frieden, und dass sich andere nicht für Frieden einsetzten, was er auf eine letzte Nachfrage beim Verlassen der Kirche aber verneint. In seiner Heimat führt die AfD aktuell mit 41% die Umfragen an, mit einem Sieg im September wird gerechnet. Eine Frage aus unseren Reihen am Publikumsmikrofon, ob er mit seiner Haltung nicht selbst an den politischen Rändern wandert und staatliches Handeln wie die Verteidigung allgemein in Frage stellt, bleibt er nachdenklich. Dass er dennoch für einen Dialog eintritt und diesen auch an dem Abend sieht und bekräftigt, ist gut. Unter dem Dach der Kirche finden verschiedenen Meinungen Platz. Ob man sich auf gemeinsame Tatsachen einigen kann, bleibt offen.
Whataboutism-Experte und Publikumsliebling Erich Vad: Nie verlegen um eine Anekdote, wenn auch noch so unpassend
Denn es sitzt einer auf dem Podium, von dem man bis zum Schluss nicht recht weiß, wie er dort hingekommen ist. Er scheint es auch selbst nicht zu wissen. Denn zur Friedensdenkschrift kann er praktisch nichts sagen: Der Militär a.D. Erich Vad. Stattdessen glänzt er mit der Heraufbeschwörung der alten Zeiten und nennt fünf Personen, die ihm imponiert haben. In seinen Erzählungen reihen sich eigene Sichtweisen, kleine Geschichten und Mythen aneinander.
Mega-Fauxpas: 28 Millionen russische Opfer im Zweiten Weltkrieg
Ukrainer gab es nie in der Sowjetunion.
Ein großer Versprecher passiert ihm zu Beginn, als er von 28 Millionen russischen Opfern im deutschen Vernichtungskriegm dem zweiten Weltkrieg, spricht. In der Moderation bekommt man das entweder nicht mit oder übergeht es. Die Gleichsetzung von Russland und UdSSR oder Russland und der Ukraine ist ein Wesenszug des modernen russischen Imperialismus.
Die Opfer auf Seiten der UdSSR im zweiten Weltkrieg werden auf etwa
28 Millionen Opfer geschätzt. Davon rechnet man etwa die Hälfte Russland zu.
14 Millionen Tote in Russland
8 Millionen Tote in der Ukraine sind anerkannte Opferzahlen.
Schätzungen gehen verschiedenartig auseinander. Zum Teil werden ukrainische
Juden nicht zur Ukraine gerechnet. Nach dem Krieg war durch Stalin
mit 7 Millionen Toten insgesamt eine viel zu geringe Zahl angegeben worden.
Dann taucht Adenauer auf, Moshe Dayan und Ronald Reagan, Jitzchak Rabin und zuletzt Angela Merkel. Bei allen lobt er die Bereitschaft, auch mit Terroristen, und Diktatoren zu sprechen. Er kritisiert damit, dass Bundeskanzler Scholz und Merz einen Besuch in Moskau nicht mehr für sinnvoll hielten und sehnt sich später nach „belastbaren Drähten in de Kreml“. Scholz war zuletzt am 15.02.22 in Moskau. Zu Dayan meint Vad, er sei ein Kämpfer und zitiert ihn ganz locker: Das Faszinierendste auf der Welt sind Krieg und Frauen. Das soll unterhaltsam sein. Es bleibt Augenrollen bei wenigen in dem meist älteren Publikum. Er lobt Angela Merkel für die Weitsicht, sich 2008 gegen den NATO-Beitritt der Ukraine einzusetzen. Das wichtige Jahr 2014 kommt in seine Schilderungen nicht vor.
Nicht ohne Humor auszuhalten: Wie soll man einen solchen Kremeling ernstnehmen? Gelächter bei Igor Piroschik
Zuweilen glaubt man sich als Zuhörer in einer Satiresendung. Er behauptet, unsere Politiker heute haben nur 10% der Kapazitäten ihrer Vorgänger. Er wünscht sich Führungspersönlichkeiten. Gibt es aktuelle Personen, die er nicht direkt bezeichnen möchte? Er nennt niemanden aus der Gegenwart, einmal scheint eine gewisse Sympathie zur US-Administration durch.
Aufkleber auf einem Auto: „Wir sind das Volk“, nur wer sind „WIR“?
In einer endlosen Schleife wiederholte Vad seine These, wir erlebten eine Fortsetzung des Kalten Krieges der 80er Jahre. Die zwei sich gegenüberstehenden Mächte UdSSR sind heute USA und Russland mit China. Damit erntet er heftigen Widerspruch von Hübner. Später beschreibt er die Geschichte der NATO als Kombination von bewaffneter Stärke und Dialog als Erfolg, was völlig legitim und sachlich erscheint. Zu einer Diskussion über die aktuellen Schwäche und dem Unvermögen, einem angegriffenen Land in der Verteidigung entsprechend zu helfen, kommt es nicht. Zur Friedensdenkschrift kann er nichts beitragen. Daher lehnt es Hübner zunächst ab, Vads Äußerungen überhaupt zu kommentieren.
Kernfrage: Zur Rechtfertigung von Atomwaffen
Einem Punkt möchte der Moderator vom Friedenszentrum Christoph Krämer genaue auf den Grund gehen. In der Friedensdenkschrift wird auch der Besitz von Atomwaffen gerechtfertigt. Die Ukraine hatte ihre Atomwaffen 1994 gegen wertlose „Sicherheitsgarantien“ abgegeben. Krämer findet diese Passage kritisch. Hierauf geht Jörg Hübner ein indem er auf den die Überschrift des Kapitels hinweist. Als notwendiges Übel. Hier scheint das auf, was gegenüber Erich Vad im Inneren eigentlich eine Verbindung schaffen könnte, einen pragmatischer Weg in einer komplexen Lage zu finden.
Wird noch ignoriert: Der FAZ-Artikel
Aber für pragmatische, sachliche Bewertungen ist Erich Vad vielleicht allgemein nicht zu haben, wenn Sie seinen Ansichten widersprechen. Wie man von einem Leiter einer anderen evangelischen Akademie erfährt, hätte man sojemanden wie Erich Vad oder Harald Kujat niemals eingeladen. Hier in Braunschweig bekommen Menschen wie Sarah Wagenknecht, Gabriele Krone-Schmalz oder Sevim Dagdelen nicht nur ein Podium, sie bekommen es zum Teil allein, ohne Gegenpart.
FAZ-Artikel vom 24.04.26 über die Evangelische Akadmie, Bild FU-Braunschweig
Reinhard Bingener, Autor von „Moskau Connection“ hat am 24.04.26 nun mit einem Artikel „Offene Kirchentür für Kremlfreunde“ für Aufsehen gesorgt. Er kritisiert, dass in der Evangelischen Akademie und auch in der Landeskirche auffällig oft Menschen mit russlandfreundlichen Phantasien auftreten und betront, kontroverse Sachverhalte sollte man auch kontrovers darstellen: Das Problem ist ja nicht, dass Verheugen zB mal in einer Kirche auftritt, sondern dass Kreml-Freunde dort seit Jahren Monologe halten. So war der General a.D. Kujat, auch Sowjetgeneral genannt, im Januar 2025 in St. Martini zu hören – wir hatten berichtet und uns auch damals die Haltung der Akademie kritisiert.
Tumulte: Du hast wohl keine Erinnerung!
Richtig tumultartig wird es zwischendurch, nachdem Vad zum wiederholten Male von einer Neuauflage des Kalten Krieges spricht. Hübner widerspricht klar.
Einer brüllt Hübner entgegen: Ich glaub, ich spinne! Du hast wohl keine Erinnerung! Zuhörer wollen die Niederschlagung des Prager Frühlings und den Jugoslawienkrieg gleichsetzen mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine mit dem Ziel, es sei alles schon einmal dagewesen. Diese Szene haben wir in einem 6-minütigen Video festgehalten, sie kommt am Ende des Videos noch einmal länger. Es beginnt mit einer Einordnung Hüberns bereits gegen laute Zwischenrufe:
Wir haben eine eine Welt in Unordnung, wie Herrfried Münkler das ja ganz gut beschreibt, in der möglicherweise fünf Mächtige miteinander ringen um eine Vormacht in dieser Welt. eine vollkommen unklare Situation, die nicht mehr vergleichbar ist mit dem Kalten Krieg. .. Sie sagen Russland kann nicht aufgeben in Bezug zum Schwarzen Meer, den Zugang zu Odessa oder was drumherum ist. Dass Russland, das ist ja das Neue, in dieser Zeit jenseits des Kalten Krieges, völkerrechtswidrig, – völkerrechtswidrig – (hier deutlicher Widerspruch im Kirchenschiff), ein Land, in ein Land eingezogen ist und es angegriffen hat, das ist ein neuer Zustand, den es nach 1945 so nicht mehr gegeben hat.
Es ist weniger was er sagt, sondern wie: Entschlossen und mit einer Perspektive. Als eine Woche später Günter Verheugen auch von einem völkerrechtswidrigen Krieg spricht, widerspricht niemand. Der Tenor ist anders: Russland musste ja so handeln. Das wird noch abgründiger.