ReH₂O-Trinkwasseranlage in Dnipro mit unserer Hilfe

Auf dem Gelände eines Krankenhauses in Dnipro wurde ein Container zur Wasseraufbereitung installiert, durch den täglich etwa 30 000 Menschen mit frischem Trinkwasser versorgt werden können. An der Beschaffung des Containers war auch unser Verein Freie Ukraine Braunschweig e.V. beteiligt und erhielt dafür auf dem Container einen Platz für sein Vereinslogo, als Dankeschön an alle Spender.

Vereins-Logo auf der Station in Dnipro

Rebuild Our Ukraine“ ist das Leitmotiv der ukrainischen Stiftung „Rebuilding our Ukraine“, die das Ziel hat, Spenden für den Wiederaufbau der Ukraine zu sammeln. Das wichtigste Projekt ist zur Zeit ReH₂O, bei dem es darum geht, möglichst rasch mobile Wasseraufbereitungscontainer zur Trinkwasserversorgung zur Verfügung zu stellen.

Website: https://reua.com.ua/en/
YouTube: https://www.youtube.com/@rebuildourukraine

Die Stiftung möchte 150 ReH₂O-Stationen in der Ukraine errichten. Diese würden langfristig das Trinkwasserproblem in den besonders betroffenen Regionen wesentlich entschärfen. An einigen Standorten sind bereits solche Stationen aufgestellt und in Betrieb genommen worden und zwar in Olhopil (Mykolajiw Region), Charkiw, Butscha (Oblast Kyiv), Krywyi Rih, Makariv, Marhanez und an einem Standort der ukrainischen Marine. Jetzt, Ende Juli 2026, ist als weiterer Standort Dnipro hinzugekommen, wo eine Station auf dem Gelände eines Krankenhauses aufgestellt und eingerichtet wurde. Mit den bereits installierten Anlagen werden täglich bereits über 200 000 Menschen mit aufbereitetem Trinkwasser versorgt. Für die Verbraucher ist das Wasser kostenlos.

Trinkwasserstation in Dnipro

Das Aufstellen des ReH₂O-Containers geschah mit Unterstützung unseres Vereins Freie Ukraine Braunschweig e.V., der speziell für dieses humanitäre Wasserprojekt mit der Stiftung Rebuild Our Ukraine eine spezielle Zuwendungsvereinbarung getroffen hat. Es gibt die Möglichkeit, genau solche humanitären Trinkwasserprojekte mit einer Spende zu unterstützen. Ansprechpartnerin dafür und auch bei allgemeinen Fragen zu diesem Projekt in unserem Verein ist die Finanzvorständin Olena Gruzina, erreichbar über Mail des Vereins und Betreff „REUA“.

Der Leiter des Trinkwasserprojekts Oleh Klenin steht mit uns in Kontakt. Oleh Klenin ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler und Professor am Lehrstuhl für Unternehmensführung und Handel an der Azowschen Staatlichen Universität (PSTU) in Mariupol. Des weiteren ist er Vizepräsident der Akademie der Wirtschaftswissenschaften der Ukraine und er ist Präsident der Stiftung Rebuild Our Ukraine. Oleh Klenin stammt aus Mariupol, jener großen Hafenstadt im Osten der Ukraine am Schwarzen Meer, die von Russland direkt zu Beginn des großen Überfalls im Februar 2022 angegriffen und anschließend nahezu komplett zerstört wurde. Der Oscar-prämierte Film „20 Days in Mariupol“ zeigt nur den Beginn der Zerstörungen. Oleh Klenin setzt sich dafür ein, dass nicht nur seine Heimatstadt Mariupol sondern die gesamte Ukraine wieder aufgebaut wird und möchte mit seinen ökonomischen Kenntnissen dazu beitragen.

Oleh Klenin, Präsident „Rebuild Our Ukraine“ 

Wassernot

Nach Schätzung der Stiftung Rebuild Our Ukraine haben fast 10 Millionen Menschen in der Ukraine keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Grund hierfür sind gezielte russische Angriffe auf die zivile Infrastruktur, durch die tausende Kilometer Wasser- und Abwasserleitungen, aber auch Energieversorgungsanlagen zerstört wurden, was wiederum zu Ausfällen von Pumpstationen und Kläranlagen führte. Verheerender waren jedoch die Zerstörung wichtiger Dämme und Stauseen, durch die ganze Regionen langfristig ihrer Süßwasserreserven beraubt wurden.

Das wichtigste Ereignis war hier die Zerstörung des Kachowka-Staudamms am Fluss Dnepr bei Cherson, durch die fast 2 Millionen Menschen ihre geregelte Trinkwasserversorgung verloren. Der Kachowka-Staudamm war einer der größten Staudämme Europas und bildete einen Stausee von 240 km Länge, bis zu 20 km Breite und staute über 18 Milliarden Kubikmeter Wasser. Nachdem bereits am 11.11.2022 zwei Teilsegmente durch Sprengungen beschädigt wurden, wurde der Damm am 6.6.2023 komplett zerstört. Die Sprengung erfolgte nach Meinung von Experten durch Explosionen im Maschinenraum und in Wartungsstollen, mutmaßlich durch die russischen Besatzer, die zu der Zeit die Kontrolle über das Bauwerk hatten. 58 Menschen kamen bei den Überschwemmungen ums Leben. Der Stausee bildete die Grundlage für die Wasserversorgung für die südlichen Ukraine mit Trinkwasser, Wasser für die Landwirtschaft und Kühlwasser für das Kernkraftwerk Saporischja.

Kachowka-Stausee (bis 6.6.2023)

Wiederaufbereitung

Die Wiederaufbereitung des Wassers zu Trinkwasser erfolgt in einem Container, der die komplette Aufbereitungstechnik in einem Block enthält. Die Anlage ist relativ universell einsetzbar, weil sie Wasser mit unterschiedlichsten Verschmutzungsgraden und aus unterschiedlichen Quellen (Grundwasser, Brunnen- und Quellwasser, Oberflächenwasser aus Flüsse und Seen) zu Trinkwasser aufbereiten kann. Die Anlage ist block-modular aufgebaut, so dass vermutlich je nach Art der Verschmutzung bestimmte Komponenten hinzu geschaltet werden können.

Die genaue Art der Aufbereitungstechnik und die Anzahl der Reinigungsstufen sind nicht veröffentlicht. Allgemein übliche Techniken sind jedoch Umkehrosmose, Aktivkohle, UV-Desinfektion, Ozonierung, Chlorierung und bestimmte Filtrationstechnologien.

„Innenleben“ des Wasseraufbereitungscontainers

Es gibt Angaben zu den Leistungsdaten. Je Tag können 100 m³ Wasser verarbeitet werden, was einer Trinkwassermenge von 100 000 Liter entspricht. Bei einem durchschnittlichen Bedarf von etwas über 3 Liter je Tag entspricht es einer Versorgung von bis zu 30 000 Personen mit einem Container. Zum Betrieb einer solchen Anlage wird ein Stromanschluss mit einer Leistung von 10 kW benötigt, was vergleichbar ist mit dem Bedarf zum Betrieb einer Wärmepumpe oder einer Standard-Wallbox für ein E-Auto.

Die Kosten für die Herstellung der kompletten mobilen Station wird mit 90 000 $ beziffert. Die Anlagen werden in der Ukraine produziert und montiert. Hinzu kommen die Betriebskosten (z. B. Energie, Wartung oder Verbrauchsmaterialien), die von den jeweiligen Kommunen getragen werden.

Informationen zu den ReH₂O-Containern

  • Projekttyp: Mobile block-modulare Wasseraufbereitungsstation
  • Bezeichnung: ReH₂O
  • Entwicklung: Entwickelt und hergestellt in der Ukraine
  • Containergröße: 6,0 × 2,6 × 2,4 m
  • Gewicht: ca. 3,7 t
  • Strombedarf: 10 kW
  • Produktionsleistung: bis 100 m³ Trinkwasser pro Tag
  • Versorgungskapazität: bis zu 30.000 Menschen täglich
  • Kosten: 90 000 US-Dollar pro Station
  • Geplante Stationen: 150 Stück

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