22h Einsatz fürs Cafe Kyjw

Um halb vier Uhr früh bist du aufgestanden, um 4 Uhr sitzt du im Auto, für den Fahrer war es eine halbe Stunde früher, um 6 Uhr auf der Autobahn nach Berlin herrscht dichter Verkehr mit vielen Baustellen und das erste mal Stress: Wir werden wir den Termin in Berlin schaffen? Um 8 Uhr beginnt es, und alle müssen noch durch die Sicherheitsüberprüfung vom Bundeskriminalamt. Um 2 Uhr nachts am Folgetag bist du wieder im Bett, am Tag darauf ist eine Großkundgebung vorm Rathaus in Braunschweig angesetzt. So sieht es aus, der Einsatz fürs Cafe Kyjw in Berlin.

Veränderte Rhetorik in der Politik:
Zu einer Institution geworden

Doch es hat sich gelohnt, die Atmosphäre ist elektrisierend und gehoben. Es ist eine große Freude, bekannte Gesichter zu treffen. Auch rhetorisch hat sich einiges verändert: der Kanzler sagt die Ukraine müsse gewinnen. Frau Kramp-Karrenbauer, verteidigungsministerin ad wiederholt es wurden Fehler gemacht die nicht wiederholt werden dürfen. Die eigene Schuld wird nicht länger geleugnet. Es bleibt, dass wir entschieden ins Handeln kommen. Darüber wird dieser Tag berichten.

Elektrisierende Atmosphäre

Die Veranstaltung ist der letzten Jahre erkennbar gewachsen und wichtiger geworden. Auch in der Organisation, heute gibt es eine eigene App, die durch das vielfältige Programm führt. So erlebte es einer unserer drei Mitglieder am Café Kiew als großen Gewinn trotzt des Aufwands,am 23.02 26 in Berlin.

Unser Thema: Atomkraft im Krieg

Wir sind eingeladen, mit unserem eigenen Stand, der über die Atomkraftwerke in der Ukraine informiert und aktuelle Berichte über Saporischjia bringt. Diese Arbeit wird von Ludmilla Kosnikova geleitet. Sie hält und knüpft Kontakte zu Experten in der Region. Die Katastrophe in Tschernobyl hatte einst in der Ukraine zur Entstehung einer Umweltbewegung und dem Beginn einer demokratischen Entwicklung geführt. Das Dach über dem Sarkophag wurde durch russische Angriffe mehrfach beschädigt und in Brand gesetzt.

Freiwilligenbataillon im Medieneinsatz

Heute wird viel über Drohnen gesprochen. Ein Freiwilligenbataillon, das inzwischen berühmte und zu Militär gehörige Abteilung „1. Separates Sturmregiment“ hat ein eigenes Podium. Ihr Kommandeur Dmytro Kotsyubailo „da Vinci“ ist gefallen, aber sie sind heute stärker als zuvor. Sie verwenden Techniken, die wir in unserem Verein in der psychologischen Hilfe lehren. Sie bilden neue Mitglieder selbst aus und sie erzählen, darüber was sie tun. Sie machen eine Tour durch Europa um über den Sieg in der Ukraine zu erzählen. Ihre Medienarbeit ist ausgereift und wichtig, als sie erzählt den Menschen, wofür Spenden und hilfsgelder da sind.

Neue ukrainische Bücher, die uns bewegen

Insgesamt ist es sehr viel Erfahrungsaustausch, was machen die anderen wie läuft es bei denen, was kann man besser machen. Es gibt tolles ukrainisches Essen, es kommen viele Menschen, die man lange schon treffen wollte. Und es gibt Bekanntschaften, die bisher nur aus der ferne bestanden, und hier trifft man sich. Wer sich für Politik und öffentliche Arbeit interessiert, der hat auch Filme und Buchverlage im Blick. Das Kino 2 gleich nebenan unserer Ausstellung hat ein reichhaltiges Programm. Und ein ukrainischer Verlag bringt Bücher in deutsch heraus. Sie veröffentlichen und übersetzen. Auch eine jüdische Gemeinde aus geflüchteten Ukrainer, die jetzt in Frankfurt leben, will ein Buch darüber veröffentlichen was sie erlebt haben. Wir sind zuversichtlich, dass wir einige dieser Themen auch nach Braunschweig bringen können.

Botschtsch für Anfänger: „Unser“ Podast aus Berlin

https://www.youtube.com/watch?v=Ky688BC9bnQ
Mittendrin ist Jaroslaw Makartschuk, unser Mitglied in Berlin mit dem Podcast Bosch für Anfänger. Am Tag des Café Kyjw sind drei Leute zu Gast, die über ihre Arbeit in der Ukraine berichten. Alle drei Helfer, zwei aus Deutschland und einer aus Dänemark sind keine gebürtigen Ukrainer, haben keine familiäre Beziehungen in die Ukraine. Aber sie setzen sich ein für ein Land das in seiner Freiheit und Existenz bedroht ist. Sie sind bleiben Menschen, die sich verdient machen. Für Ukraine ist es klar und eindeutig, aber wenn freiwillige das tun, dann hat es eine ganz andere Bedeutung.
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