Vereinsmagazin Mai 2018

Erste Ausgabe unseres Vereinsmagazins ist da!

Auflage: 2000 Stück

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Filmvorführung „The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov“

Fotoimpressionen

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BS International 2018

Auch in diesem Jahr war  das Braunschweiger Kulturfestival für die internationalen Vereine trotz des nicht so sonnigen Wetters gut besucht. Unser Verein war wie immer mit einem eigenen Stand und einem  Angebot an typischen ukrainischen Speisen präsent.

Rote Karte für Kreml

Erneut demonstrierten in vielen Städten Ukrainer und Deutsche für die Freilassung des von der Krim stammenden Regisseurs,  Oleg Sentsov, der als politischer Gefangener des Kreml in einen unbefristeten Hungerstreik getreten ist (siehe vorigen Artikel), so auch am Rande des Kulturfestivals „Braunschweig International“ am 2. Juni auf dem Braunschweiger Altstadtmarkt.

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Kundgebung zur Unterstützung von Oleg Sentsov und weiteren politischen Gefangenen am 21.05.2018 in Braunschweig

Viele Ukrainer, insbesondere von der Krim, wurden von russischem Militär und der Polizei der Russischen Föderation verschleppt und befinden sich derzeit in russischen Gefängnissen. Einige wurden von der Staatsjustiz mit konstruierten Beschuldigungen zu mehreren Jahren Lagerhaft verurteilt.

Einer davon ist Oleg Sentsov.

Am 14. Mai 2014 wurde der talentierte Regisseur, Vater zweier Kinder aus seinem Alltag gerissen, von der Staatsmacht nach Moskau verschleppt, gefoltert und schließlich zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt.

Zahlreiche Institutionen wie Amnesty International, die Europäische Filmakademie, Europa- und Bundestagsabgeordnete haben die russische Willkürjustiz im Fall Sentsov verurteilt und fordern seine Freilassung.

Sentsov hat sich als Einwohner der Krim stets für demokratische Verhältnisse in seiner Heimat eingesetzt. Genau dies ist den russischen Machthabern seit der Besetzung der Halbinsel ein Dorn im Auge. Sentsov ist aber nicht nur ein Symbol des russisch-ukrainischen Konfliktes. Er steht stellvertretend für die wachsende Zahl aller politischer Gefangener in Russland.

Am 14.05.18 trat er nach 4 Jahren Straflager aufgrund der Aussichtslosigkeit der Situation in den Hungerstreik. Seine Forderung: Freilassung aller ukrainischen Gefangenen aus  russischer Haft. Damit möchte er nicht nur auf sein, sondern auch auf das Schicksal 64 weiterer politischer Gefangener aufmerksam machen.

Das ukrainische Volk steht der russischen Nation nicht in Feindschaft gegenüber. Es ist die russische Regierung, die mündige Bürger zu ihren Feinden erklärt hat, ob in der Ukraine oder in Russland selbst.

 

Wir fordern die umgehende Freilassung Oleg Sentsovs sowie aller politischen Gefangenen, die in russischen Gefängnissen und Straflagern einsitzen.

 

Lasst uns die durch die Fußball-Weltmeisterschaft erhöhte Aufmerksamkeit nutzen, wo Russland als Gastgeber verstärkt im Fokus der Weltöffentlichkeit steht, um politischen Gefangenen 

dort zu helfen!

 

Neuer Vorstand wurde gewählt

Am 9. Mai 2018, am Europatag der Europäischen Union (!),  wurde der neue Vorstand unseres Vereins gewählt:

2018-05-09 Vorstandswahlen

v.r.n.l.: Dr. Maryna Galovska (1. Vorsitzende), Igor Piroschik, Frank Herberg (als Vertreterin: Lena Herberg) Zoya Trupp, Natalia Piroschik, Bernd Henn, Guy Pietron (Geschäftsführer).

Mitglieder des Vereins dankten dem bisherigen 1. Vorsitzenden, Bernd Henn,  der nicht wieder  für die Funktion des 1. Vorsitzenden kandidiert hat,  für seine exzellente Arbeit.

Wir hoffen auf gute Zusammenarbeit in der Zukunft.

Zusammen sind wir stark!

Beeindruckender und koordinierter Einsatz unserer Mitglieder

Im April 2018 passierte ein schwerer Unfall mit einem ukrainischen Kleinbus mit 7 Passagieren auf der A2 bei Braunschweig, s.a.: Braunschweiger Zeitung

Unfall A2

Foto: www.braunschweiger-zeitung.de

Nach einem Anruf eines ukrainischen Aktivisten aus Berlin hat unser Vorstandsmitglied Igor Piroschik schnell reagiert und die Mitglieder des Vereins mit der Bitte um Hilfe für die Verletzten  kontaktiert.

Geschäftsführer Guy Pietron hat schnell herausgefunden, wo die Verletzten untergebracht wurden: in verschiedenen Krankenhäusern in Braunschweig, Wolfenbüttel, Gifhorn, Peine und Wolfsburg.

Tetyana Yevsa, Tanja Makarchuk, Michael Tschirka, Familie Olijnik, Anna Vyshnyak und Familie Piroschik haben die verletzten Ukrainer mehrfach besucht, für Ärzte und medizinisches Personal gedolmetscht und in dieser schwierigen Situation mit Kleidung, Hygieneartikeln und einem Rollator geholfen.

Herzlichen Dank an alle Helfer!

Literaturabend im Haus der Kulturen, BS | Andriy Lyubka

Schon zum zweiten Mal durften wir Frau  Evgenia Lopata zu Gast beim Verein „Freie Ukraine Braunschweig e.V“ begrüßen.

Die Leiterin des Internationalen Literaturkonsortiums Meridian Czernowitz hat das Gespräch mit Andrij Ljubka moderiert und gedolmetscht.

 

Der in der Ukraine inzwischen weit bekannter Schriftsteller und Dichter Andrij Ljubka stellte nunmehr in Braunschweig seinen wunderschönen Sinn für Ironie unter Beweis. Gelesen wurden Auszüge aus dem Roman „Karbid“ und einer Essay-Sammlung mit dem sehnsüchtig-wehmütigem Titel „Saudade“. Darin offenbart sich den Lesern ein unnachahmliches Geflecht der irrwitzigen und ab und zu nachdenklichen Bilder aus dem heutigen Leben von Künstlern, Anglern, und sogar Schmugglern. 

— Taras Levchenko


Ein junger Mann, sehr attraktiv übrigens, keine große Erwartungen von vorne an… und danach hat er angefangen zu erzählen – welche Ideen und Sujeten in seinen Büchern sind; er hat angefangen Geschichte und Fakten eins nach dem anderen zu erzählen, erwachsene, sehr durchgedachte Gedanken und Vorschläge, wie man Ukraine verbessern kann und wahre Kritik, die er ganz offen und transparent über sein Land und Ukrainer spricht… ohne Angst, aber mit Humor, der eher nur positiv und motivierend wirken kann…
und nicht mal das war alles… er hat danach auf Ukrainisch drei verschiedene Erzählungen gelesen… schöne Silbe/Sprache und wunderbarer Humor in seinen Erzählungen… durch Humor kann man mehr wirken? Das kann ich nach seinen Erzählungen in der Tat so bestätigen…
Und nicht mal das war das Ende… danach hat er ein seiner besten Gedichten erzählt… das war nicht nur schöne Sprache, viel Melodie und Melancholie drin, das waren starke Gefühle, ein absolute Stille war im Saal, man wollte ihm weiter und weiter noch zuhören…
starker positiver Nachgeschmack nach der Veranstaltung, viele Gedanken durch den Kopf…

Ein junger Mann, ein junger Schrifsteller, ein junger Philosoph, der seine Einsamkeit oft sucht um sich am besten in seinen Büchern ausdrucken zu können, ein Andrij Ljubka, eine Zukunft der Ukraine
P.S. Braunschweiger Dom hat ihm sehr gut gefallen, vielleicht finden wir etwas davon in seinen neuen Büchern

— Tetyana Yevsa


Das war ein sehr wunderschöner Abend. Wir bedanken uns bei allen, die teilgenommen haben und insbesondere bei denjenigen, die uns mit Organisation und Finanzierung unterstützt haben:

Natalia und Igor Piroschik, Maryna Galovska, Hennadiy Netuzhylov, Tetyana Yevsa, Zoya Trupp, Taras Levchenko, Lena und Frank Herberg, Lida Olijnyk, Oksana Drehling, Olesya Pichman, Luba Fibig, Irina Trufanova, Guy Pietron, Konrad Schöller und Bernd Henn.

 

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