Kundgebung mit „Frieden und Wärme“ zum 4. Jahrestag des Überfalls am 24.02.26

Die Stimmen von drei Jugendlichen waren vielleicht der eindrucksvollste Ausdruck an diesem Tag.

Da ist ein Ukrainer, der sich nach erkämpfter Integration nun um das Amt im Jugendparlament bewirbt. Dann eine bekannte deutsche Stimme, Jonas Wolf, der bekennt: Es ist ein großes Glück, dass wir hier in Frieden leben, Wärme, Strom, und Wasser haben. Und dann eine 16 Jährige, die ihre Jugend im Krieg beschreibt, und die gestohlene Kindheit der Millionen Ukrainischer Kinder. Der erste dieser drei nötigt auch dem Bürgermeister soviel Respekt ab, dass er schließlich trotz einer Nachfolgeveranstaltung bis zum Schluss bleibt.

Doch der Reihe nach:

Der Verein Freie Ukraine Braunschweig e.V. hatte am Dienstag, den 24. Februar anlässlich des Jahrestags der russischen Vollinvasion zu einer Gedenkveranstaltung eingeladen. Um 17 Uhr auf dem Platz der Deutschen Einheit direkt im Herzen der Stadt. Braunschweig reihte sich damit ein in eine unzählige Folge ähnlicher Veranstaltungen in Deutschland und in ganz Europa einschließlich – natürlich – der Ukraine.

An einer geschützten Stelle des Platzes war ein Netz gespannt, an das Teilnehmer mitgebrachte Fotos von Opfern des Krieges heften konnten, von Familienangehörigen oder Freunden. Davor hatten Kinder und Mütter Kerzen in Form eines Herzens aufgestellt und entzündet.

Eröffnet wurde die Kundgebung vom Chor Synergie, unter der Leitung von Yuliia Kravchenko, der gleich zu Beginn die richtige Stimmung setzte. Nach der Begrüßung durch Igor Piroschik übernahm Robert Glogowski die Moderation und führte durch das weitere Programm.

  • Mykhaylo Tretyakov, ein junger Ukrainer aus Odessa, war als Schüler mit seiner Familie nach Braunschweig geflohen. Odessa ist eine ukrainische Millionenstadt am Schwarzen Meer, aber in den Augen Mikhaylos durchaus vergleichbar mit Braunschweig. Er tritt an als Kandidat für das Braunschweiger Jugendparlament 2026.
  • Thorsten Kornblum (SPD). Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig verurteilt mit scharfen Worten die russische Aggression.
  • Jana Kurz (SPD), stellvertretende Vorsitzende Braunschweig betont, dass Russland der Täter ist und die Ukraine das Opfer und wir an der Seite des Opfers stehen werden.
  • Maximilian Pohler (CDU), Kandidat für die Wahl zum Oberbürgermeister in Braunschweig im September 2026, betont seinen Respekt vor der Widerstandskraft der ukrainischen Zivilbevölkerung und kritisiert Ungarn und die Slowakei, die immer wieder Hilfen für die Ukraine blockieren.
  • Lisa Marie Jalyschko (Grüne), Fraktionsvorsitzende kritisiert die USA, die sich unter Trump vom verlässlichen Partner ins Gegenteil verwandelt haben.
  • Anikó Glogowski-Merten (FDP), Kreisvorsitzende weist auf die Unmenschlichkeit Russlands hin, die eisige Kälte dieses Winters bei gleichzeitiger Zerstörung der Infrastruktur gezielt als Waffe gegen die Zivilbevölkerung einzusetzen.
  • Katrin Matusik, 2. Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Hilfsvereins Poldeh e.V. betont, dass auch Polen mehrfach Opfer ähnlicher Aggression war und sich Polen daher mit der Ukraine solidarisiert.
  • Jonas Wolf, Vorstandsmitglied des Dachverbands der Jugendparlamente in Niedersachsen zeigt auf, dass in der Ukraine vor allem die Kinder in diesem Krieg leiden.
  • Marharyta Zhuk (*2010), Ukrainerin, Mitglied des Vereins Freie Ukraine Braunschweig e.V. und des Chors Synergie beschreibt in einer eindrucksvollen Rede – zunächst auf ukrainisch, dann auf deutsch – ihre persönliche Situation in den letzten vier Jahren, weist aber auch die Situation aller Kinder hin, die weiterhin dort ausharren müssen mit einem Appell an alle Erwachsenen, diesen Krieg zu beenden.
  • Als Geistliche der Stadt Braunschweig traten gemeinsam mit abschließendem Gebet auf:
    • Lars Dedekind, Propst der Evangelischen Landeskirche Braunschweig,
    • Martin Tenge, Domkapitular Propst der katholischen Pfarrgemeinde St. Aegidien und Dechant des Dekanates Braunschweig und
    • Petro Terletskyy, Pfarrer der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche.

Den Abschluss bildete wieder der Chor Synergie mit einem feierlichen Lied und der Nationalhymne.

Die komplette Kundgebung ist als Video auf YouTube zu sehen.

Abschließend geht der Dank des Vereinsvorstandes an alle Teilnehmenden. Den Sprechern für ihre Redebeiträge, den Zuhörenden für ihre Anwesenheit und ihr Interesse und den Organisatoren für ihre Arbeit mit der Vorbereitung und der Durchführung der Veranstaltung. Besonders erwähnt wurden von Igor Piroschik in einer Dankesmitteilung: Konrad, Viktoriia, Yuliia, Maria, Mitja und Robert, aber auch die Künstlerin Viktoriia Bachmann für ihre Souveniraktion, dem Chor Synergie und den beiden jungen Rednern aus unserem Verein, Mykhaylo und Marharyta. Nebenbei erbrachte die Veranstaltung eine Spendensumme von 2310€, die für den Erwerb des nächsten Fahrzeugs für die Ukraine vorgesehen sind. Auch allen Spendern sei herzlich gedankt.

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